Datteln: Netzwerktreffen zu inklusivem Gewaltschutz im Kreis Recklinghausen

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Datteln – Wie lässt sich Gewaltschutz so gestalten, dass auch Frauen und Mädchen mit Behinderungen ihn erreichen? Darum drehte sich das dritte Netzwerktreffen des Runden Tisches im Kreis Recklinghausen, der sich gegen Gewalt an Frauen engagiert. Es fand Mitte Oktober in der Stadthalle Datteln statt, teilte die Stadt Datteln mit.

Zahlreiche Fachleute kamen zusammen: Vertreten waren unter anderem Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Opferschutz, Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser, Gleichstellungsbeauftragte, Verwaltung und Behindertenhilfe. Sie wollen Frauen und Mädchen vor Gewalt bewahren und ihnen die passende Hilfe zugänglich machen.

Menschen mit Behinderungen sind laut Mitteilung besonders häufig von Gewalt betroffen. Beim Zugang zu Beratungs- und Schutzeinrichtungen stoßen sie aber oft auf Barrieren. Genannt werden bauliche und kommunikative Hindernisse, fehlende Informationen, unzureichende Vernetzung sowie Angebote, die nicht zu ihren Bedürfnissen passen.

Als fachlichen Impuls stellte die Fachstelle Gewaltschutz des Mädchenhauses Bielefeld ihr Angebot „Mädchen sicher inklusiv“ vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Schutzkonzepte und Hilfsangebote so weiterentwickeln lassen, dass auch Frauen und Mädchen mit Behinderungen geschützt sind. Eine Frauenbeauftragte der Recklinghäuser Werkstätten rundete das Programm mit Einblicken aus der Praxis ab. Sie berät Frauen mit Behinderungen und tritt für deren Rechte ein, auch beim Schutz vor Gewalt und Belästigung.

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Der Austausch zeigte nach Angaben der Stadt: Inklusiver Gewaltschutz heißt mehr, als bestehende Angebote zugänglich zu machen. Nötig seien Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten, der Abbau von Barrieren und enge Zusammenarbeit der Fachbereiche. Die Teilnehmenden konnten Erfahrungen austauschen, Schnittstellen festigen und Ansatzpunkte für Verbesserungen suchen.

Den Abschluss machte die Fachstelle Eine Welt aus Herne, die ihr Angebot vorstellte. Ihre Beratung richtet sich an Menschen, die von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Zwangsprostitution betroffen sind. Wichtig sei es, Menschenhandel selbst dann zu erkennen, wenn andere Gewaltformen im Vordergrund stehen. Dafür brauche es Fachwissen, Aufmerksamkeit und verlässliche Strukturen der Unterstützung.

Das Fazit des Treffens: Wirksamer Gewaltschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Arbeiten Fachstellen zusammen und richten ihre Angebote an den Betroffenen aus, können Frauen und Mädchen, ob mit oder ohne Behinderung, den nötigen Schutz bekommen.

Das Wichtigste

  • Veranstaltung: Netzwerktreffen des Runden Tisches im Kreis Recklinghausen (das dritte)
  • Ort: Stadthalle Datteln
  • Zeitpunkt: Mitte Oktober

Was dahintersteckt

Frauen, die Gewalt erleben, können sich bundesweit an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Es ist unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr und kostenlos erreichbar, vertraulich und anonym, wie das Bundesfamilienministerium auf seiner Website mitteilt. Die Beratung läuft per Telefon, Online-Chat oder E-Mail. Auch Angehörige, Freunde und Fachkräfte dürfen sich melden.

Das Angebot richtet sich laut Ministerium ausdrücklich auch an Frauen mit Beeinträchtigung oder Behinderung. Sie können eine Beratung in Leichter Sprache oder in Deutscher Gebärdensprache erhalten. Auf Wunsch vermittelt das Hilfetelefon Kontakte zu Beratungsstellen in der Nähe.

In vielen Einrichtungen der Behindertenhilfe gibt es dem Ministerium zufolge Frauenbeauftragte, an die sich Gewaltbetroffene jederzeit wenden können.

Rechtlichen Schutz bietet das Gewaltschutzgesetz. Nach Angaben der NRW-Justiz können Betroffene beim Familiengericht eine Schutzanordnung beantragen, etwa ein Kontaktverbot. Ein Anwalt ist dafür nicht zwingend erforderlich. Droht unmittelbar Gefahr, ist es ratsam, sofort die Polizei zu rufen, und zwar noch bevor ein Gerichtsbeschluss vorliegt.

Unser Blick

Die Mitteilung benennt die Hürden für Frauen mit Behinderungen klar, bleibt bei Ergebnissen aber vage. Welche konkreten Verbesserungen im Kreis folgen sollen, steht nicht darin. Wichtig wäre, dass Beratungsstellen und Frauenhäuser vor Ort ihre Barrierefreiheit offen darlegen, damit Betroffene wissen, wohin sie sich wenden können.

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