Dortmund – Ein Strategiespiel soll Studierende an Hochschulen und Schulen an das Thema Wassermanagement heranführen. Entwickelt haben es Prof. Dr. Jennifer Tiede und Prof. Daniel Heßler aus dem Studiengang „Serious Games & Digital Knowledge“ der FH Dortmund gemeinsam mit Kooperationspartnern, wie die Fachhochschule Dortmund mitteilte.
Hinter dem Spiel steht eine europäische Kooperation. Kostenlos zur Verfügung stehen sollen die digitalen Instrumente den Lehrenden an den beteiligten Hochschulen und Einrichtungen. Studierende lernen damit spielerisch, wie sogenannte Nature-based Solutions funktionieren, also naturnahe Lösungen für gesellschaftliche Probleme.
Das Team testete das Spiel zusammen mit Game-Studierenden. Zusätzlich erhielt das Spiel eine separate Ebene für Lehrende. Sie können das Standard-Szenario in vielen Details an eigene Fragestellungen anpassen und neue Szenarien entwickeln. Mit Analyse-Tools beobachten und dokumentieren sie die Lernfortschritte der Spielenden. Ausführliche Lehrmaterialien und Trainingsszenarios gehören zum Paket, sodass ein vollständiges Unterrichtspaket für weiterführende Schulen und Hochschulen entsteht.
Zu den Partnern zählen die Haskolinn Reykjavik Universität (Island), die Universität von Thessalien (Griechenland), die Tallinn-Universität (Estland) und der Virtual Campus Porto (Portugal).
Was dahintersteckt
Naturbasierte Ansätze, englisch Nature-based Solutions, nutzen nach Angaben des Umweltbundesamtes die Kräfte der Natur, um Herausforderungen in Städten zu bewältigen. Genannt werden Klimaanpassung, Klimaschutz, Artenvielfalt, Gesundheit, soziale Integration und Katastrophenschutz.
Beim Wasser geht es laut einem OECD-Politikpapier vor allem um Hochwasser und Dürre. Intakte Ökosysteme, so heißt es dort, könnten auf natürliche Weise wirksam gegen Klimagefahren schützen, die mit Wasser zusammenhängen.
Das Umweltbundesamt verweist beispielhaft auf urbane Grünflächen wie Parks und Wälder, denn dort liegen die Temperaturen von Luft und Oberflächen deutlich unter jenen auf versiegelten Flächen. Ein Praxisbeispiel ist die Gründachstrategie der Stadt Hamburg.
Unser Blick
Ein Spiel mit kostenlosen Werkzeugen für Lehrende senkt die Hürde, das Thema im Unterricht aufzugreifen. Besonders nützlich wirkt die Lehrenden-Ebene, weil sich Szenarien anpassen lassen. Offen bleibt, wo Lehrkräfte das Spiel bekommen und ob auch Schulen im Ruhrgebiet es nutzen können. Dazu macht die Mitteilung keine Angaben.

