Marl: Kulturzentrum Marschall 66 soll 2027 öffnen, Skulpturenmuseum bleibt bis dahin zu

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Marl – Das Skulpturenmuseum Marl zeigt derzeit keine Ausstellungen. Seit der Finissage von „ZirkusAngstDschungel“ am 29. März 2026 ist das Übergangsquartier in Hüls geschlossen. Das Museum wartet auf den Umzug ins Kulturzentrum Marschall 66 an der Kampstraße. Dort sollen die Hochbauarbeiten laut Stadt bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für 2027 geplant.

Was auf der Baustelle läuft

Im ehemaligen Schulgebäude arbeiten mehrere Gewerke gleichzeitig, teilte die Stadt Marl im Juni mit. Innen standen Trockenbau, Estrich sowie Elektro- und Rohinstallationen an, außen wurde die Fassade der früheren Sporthalle saniert. Auch an Aufzug, Lüftung und Sanitär ging es weiter. „Damit werden wichtige Grundlagen für die Inbetriebnahme geschaffen“, sagte Claas Frein, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement.

Als Nächstes sind Bodenbeläge, Malerarbeiten, abgehängte Decken und Fliesen dran, außerdem der Abschluss des Trockenbaus. Nach dem Hochbau gestaltet die Stadt die Außenanlagen und Innenhöfe. Bürgermeister Thomas Terhorst sagte: „Wir kommen gut voran. Die Gewerke greifen ineinander, besondere Hürden gibt es aktuell nicht.“ Die Angaben stammen aus der Mitteilung der Stadt vom 15. Juni.

Wer in das Haus einzieht

Neben dem Skulpturenmuseum zieht die Zentralbibliothek ein, sie bekommt die umgebaute Sporthalle. Dazu kommen ein Museumscafé mit Kleinkunstbühne und Angebote der insel-VHS und der Musikschule. Ein Veranstaltungsraum soll bis zu 128 Besucherinnen und Besucher fassen. Die Stadt spricht von einem „Dritten Ort“, also einem Treffpunkt außerhalb von Wohnung und Arbeitsplatz, in direkter Nachbarschaft zum Grimme-Institut.

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Für das Museum bedeutet der Umzug mehr Platz: Es soll rund 50 Prozent mehr Ausstellungsfläche haben als am alten Standort im Rathaus. Beim Rundgang des Freundeskreises Habakuk im Juni 2025 zeigte die Stadt Stellen, an denen für große Installationen die Decke geöffnet und der Boden abgesenkt wurde.

Was dahintersteckt

Bekannt wurde das 1982 gegründete Museum als „Glaskasten“: Die Ausstellungsfläche lag verglast unter dem Sitzungstrakt des Marler Rathauses. Wegen der Rathaussanierung musste das Museum dort ausziehen und ist seit 2022 in einem provisorisch hergerichteten Klassentrakt an der Georg-Herwegh-Straße untergebracht. Die Sammlung lagert im LWL-Depot in Münster. Die rund 150 Skulpturen im Stadtgebiet, etwa am Rathaus und am City-See, bleiben weiter frei zugänglich.

Das neue Haus ist eine denkmalgeschützte ehemalige Hauptschule, die seit 2002 leer steht. Der Name erinnert an den Architekten und Stadtplaner Günther Marschall und an das Baujahr 1966. Politisch war der Umbau lange umstritten: Im Dezember 2022 lehnte der Rat die Mehrkosten ab, am 15. Juni 2023 stimmte er ihnen in geheimer Abstimmung zu. Der Spatenstich folgte im Februar 2024. Anfang 2025 hieß es noch, das Zentrum solle im Juni 2026 eröffnen.

Beschlossen ist ein Budget von 22,34 Millionen Euro. Im Februar 2025 rechnete die Stadt mit 21,5 Millionen, im Juni 2026 nannte sie laut Marler Zeitung Gesamtkosten von 22,8 Millionen Euro. Bund und Land fördern das Projekt mit 10,9 Millionen Euro, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit knapp einer Million, davon 586.000 Euro für Licht- und Tontechnik und die Bestuhlung im Veranstaltungsraum.

Mit dem Umzug könnten auch die Marler Medienkunst-Preise zurückkehren. Der Videokunst-Preis wurde 1984 zum ersten Mal vergeben, später kam die Klangkunst mit dem European Soundart Award dazu. Bis 2018 lief der Wettbewerb alle zwei Jahre, in der Übergangszeit ruht er. Nach dem Einzug in das neue Gebäude soll er wieder aufgenommen werden.

Das Wichtigste

  • Skulpturenmuseum Marl: geschlossen seit dem 29. März 2026
  • Neuer Standort: Marschall 66, Kampstraße, Marl-Stadtmitte
  • Hochbau fertig: laut Stadt bis Ende 2026, danach Außenanlagen
  • Eröffnung: 2027, ein genaues Datum gibt es noch nicht
  • Kunst im öffentlichen Raum: weiter frei zugänglich

Unser Blick

Für ein Museum ist die Zeit ohne Ausstellungsräume lang, und der ursprünglich genannte Termin im Juni 2026 ist verstrichen. Die Baustelle selbst klingt nach den Berichten der Stadt solide. Wichtig wird, dass Marl beim Eröffnungstermin für 2027 bald konkret wird, damit Publikum, Künstlerinnen und Künstler planen können. Auf die Rückkehr der Medienkunst-Preise darf man gespannt sein: Mit ihnen ist Marl seit 1984 in der Video- und Klangkunst präsent.

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