Herdecke: Blutbuche auf dem Friedhof Zeppelinstraße wird gefällt

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Herdecke – Die Stadt Herdecke lässt die Blutbuche auf dem Friedhof an der Zeppelinstraße fällen. Das teilte die Stadt mit. Der Baum prägt das Stadtbild und wird nach Angaben der Stadt seit vielen Jahren wegen seines gesundheitlichen Zustands vom Baubetriebshof engmaschig kontrolliert.

Die Buche ist rund 21 Meter hoch und hat einen Stammumfang von etwa 395 cm. Geschädigt hat sie unter anderem ein Befall mit dem Riesenporling. Dieser Pilz baut Wurzelholz ab und kann so die Stand- und Bruchsicherheit des Baumes beeinträchtigen.

Die Stadt wollte den Baum möglichst lange erhalten. Deshalb zog sie in den vergangenen Jahren neben den regelmäßigen Kontrollen mehrfach externe Sachverständige hinzu und ließ verschiedene Untersuchungen durchführen. Im Jahr 2024 gab es unter anderem einen Zugversuch, der prüfte, wie der Baum auf eingeleitete Kräfte reagiert. Die Ergebnisse erlaubten damals zunächst den Erhalt. Schon damals sah die Stadt voraus, dass wegen des Pilzbefalls eine Fällung folgen könnte, falls der Baum nicht mehr ausreichend stand- und bruchsicher wäre.

Dieser Zeitpunkt ist nun erreicht. Die Schädigung schreitet fort, der Baum kann nicht länger erhalten werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit fällt eine Fachfirma die Buche.

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Ganz verschwinden soll der Baum nicht: Ein Teil des Stammes bleibt auf dem Friedhof. Er dient dort Insekten und anderen Organismen als Lebensraum und Nahrungsgrundlage, und das Holz kann sich natürlich zersetzen. Außerdem plant die Stadt eine Neupflanzung, die langfristig ganz in der Nähe des alten Baumes wachsen und sichtbar werden soll. So soll der besondere Baumstandort auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Was dahintersteckt

Wie Wikipedia berichtet, schmarotzt der Riesenporling im Erdreich an Buchen und weiteren Laubbäumen und löst an deren Wurzeln eine Weißfäule aus. Ein Befall bleibt demnach oft jahrelang unentdeckt. Zuerst greift der Pilz tief im Boden liegende Wurzeln an, danach arbeitet er sich zu den stammnahen Wurzelpartien vor.

Nach Angaben von Wikipedia kann bei alten, befallenen Buchen der Stamm so stark an Festigkeit einbüßen, dass sie plötzlich umstürzen, obwohl die Krone noch voll belaubt ist.

Bei der Verkehrssicherheit eines Baumes unterscheidet man zwei Dinge. Laut Wikipedia beschreibt die Bruchsicherheit, wie gut Stamm und Kronenteile dem Brechen standhalten, während die Standsicherheit die Verankerung des Baumes im Boden betrifft.

Zweifel an der Verkehrssicherheit können bei der regelmäßigen Baumkontrolle aufkommen, etwa wenn Schädigungen des Holzkörpers festgestellt werden. Dann soll laut Wikipedia ein speziell fortgebildeter Sachverständiger den Baum eingehend untersuchen. Als zerstörungsfreies Verfahren gilt dort unter anderem der Belastungstest durch einen Zugversuch am Baum.

Unser Blick

Die Fällung ist schmerzhaft für alle, denen der Baum am Friedhof vertraut war, aber nach jahrelanger Kontrolle und externen Gutachten gut nachvollziehbar. Positiv ist, dass Teile des Stammes bleiben und ein Nachfolger geplant ist. Offen lässt die Mitteilung, wann gefällt und wann nachgepflanzt wird und welche Baumart kommen soll.

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