Unna – Staatssekretär Lorenz Bahr hat sich am Freitag, 16. Oktober, bei der Kreisverwaltung Unna über die Integrationsarbeit vor Ort informiert. Das teilte die Kreisverwaltung Kreis Unna mit. Im Mittelpunkt stand der Fachbereich „Zuwanderung und Integration“. Dort sind seit April 2023 mehrere Behörden und Beratungsstellen an einem Ort gebündelt. Nach Angaben der Kreisverwaltung profitieren davon rund 40.000 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Kreis Unna, die Stadt Lünen ist ausgenommen.
Unter einem Dach vereint sind nun die Ausländerbehörde, die Einbürgerungsbehörde, das Kommunale Integrationsmanagement (KIM) sowie das Kommunale Integrationszentrum (KI). Sie sitzen gemeinsam an der Kamener Straße in Unna, was kurze Wege und enge Abstimmung ermöglicht. Wer mit einem aufenthaltsrechtlichen Anliegen zur Ausländerbehörde kommt, wird bei Bedarf unmittelbar an weitere Beratungs- und Integrationsangebote weitergeleitet. Rechtliche Verfahren und individuelle Unterstützung greifen dadurch besser ineinander.
Bei ihrem Besuch erklärte Şengül Ersan, Fachbereichsleiterin Zuwanderung und Integration: „Gelingende Integration braucht verlässliche Strukturen und Menschen, die gemeinsam handeln.“
Laut Mitteilung zeigt die Zusammenarbeit auch in anderen Bereichen Wirkung. An Berufskollegs wurden Berufssprachkurse für Auszubildende initiiert, damit sprachliche Fähigkeiten wachsen und Ausbildungserfolge gesichert werden. Weil Jobcenter und Agentur für Arbeit eng eingebunden sind, fällt der Weg in Arbeit und Ausbildung leichter. Der Integration Point und die Bundesagentur für Arbeit beraten auch vor Ort in der Ausländerbehörde. Das stärke die Arbeitsmarktintegration und trage zur Fachkräftesicherung im Kreis bei.
Das Kommunale Integrationszentrum hat außerdem die Netzwerke mit den Ehrenamtsinitiativen gestärkt. Über seine Netzwerkverteiler lassen sich wichtige Informationen gezielt verbreiten und die relevanten Zielgruppen besser erreichen.
Lorenz Bahr sagte nach dem Besuch, im Kreis Unna stehe statt isolierter Verwaltungsschritte ein vernetzter Ansatz im Vordergrund, der Menschen mit Einwanderungsgeschichte individuell begleite. Der Besuch bot Gelegenheit, Erfahrungen aus der Praxis kennenzulernen.
Das Wichtigste
- Termin des Besuchs: Freitag, 16. Oktober
- Ort: Kamener Straße in Unna
- Unter einem Dach: Ausländerbehörde, Einbürgerungsbehörde, Kommunales Integrationsmanagement (KIM), Kommunales Integrationszentrum (KI)
- Beratung vor Ort: Integration Point und Bundesagentur für Arbeit in den Räumen der Ausländerbehörde
Was dahintersteckt
Wer im Kreis Unna wohnt, aber nicht in Lünen oder Unna, kann den Einbürgerungsantrag beim Kreis Unna stellen. Das geht aus der Seite des Kreises zur Einbürgerung hervor. Wer jünger als 16 ist, kann den Antrag nicht selbst einreichen; das übernehmen die Eltern.
Zu den Voraussetzungen zählen laut Kreis unter anderem 5 Jahre rechtmäßiger gewöhnlicher Aufenthalt, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (Sprachzertifikat B1) und ein erfolgreich absolvierter Einbürgerungstest. Der Lebensunterhalt muss ohne Sozialleistungen gesichert sein.
Nach Angaben des Kreises werden 255 € je Person fällig, für ein minderjähriges Kind, das mit eingebürgert wird, 51 €. Zu den erforderlichen Unterlagen gehören unter anderem ein ausgefülltes Antragsformular, ein gültiger Pass und ein schriftlicher Lebenslauf.
Unser Blick
Ein gemeinsamer Standort spart Betroffenen vermutlich Laufereien, gerade wenn Aufenthaltsrecht und Beratung zusammenhängen. Offen bleibt, wie sich der Nutzen messen lässt: Die Mitteilung nennt keine Wartezeiten oder Bearbeitungsdauern. Wer einen Einbürgerungsantrag plant, sollte die Unterlagenliste des Kreises vorab durchgehen.

