Datteln: Herzenswunsch-Boxen für ältere Menschen in Apotheken

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Datteln – Ältere Menschen in Datteln können ihre Wünsche nach Kontakt oder Unterstützung künftig auf eine Karte schreiben und in eine „Herzenswunsch-Box“ werfen. Das teilte die Stadt Datteln mit. Der Kreis Recklinghausen setzt die Aktion gemeinsam mit Datteln und den übrigen neun kreisangehörigen Städten um. Das Angebot soll niedrigschwellig sein und richtet sich an Seniorinnen und Senioren, die sich Hilfe oder mehr soziale Kontakte wünschen.

Jede Anfrage bearbeiten die Mitarbeitenden der Beratungs- und Infocenter Pflege (BIP) oder die Seniorenbeiräte. Die Absender erhalten eine individuelle Rückmeldung und Unterstützung bei ihrem Anliegen. Wünsche nach Sachleistungen sind nicht vorgesehen, gefragt sind Hilfe und Kontakt.

Hergestellt wurden 71 Boxen, sieben je Stadt im Kreis sowie eine für den Eingangsbereich des Kreishauses. In Datteln stehen sie an verschiedenen Orten, vor allem in Apotheken und bei Aktionen des Seniorenbeirats. Die Apotheken wählte der Arbeitskreis der Altenhilfekoordinator*innen der Städte aus, weil viele ältere Menschen dort regelmäßig ihre Medikamente abholen.

Bei jeder Box sind Karten ausgelegt, auf denen sich persönliche Wünsche und Kontaktdaten festhalten lassen. Genannt werden etwa soziale Kontakte, Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen oder bei der Organisation pflegerischer Angebote. Die Karten können direkt eingeworfen werden. Eine zeitliche Begrenzung gibt es für die Aktion vorerst nicht.

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Bürgermeister André Dora erklärte: „Diese Aktion unterstütze ich mit sehr gerne, weil sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das solidarische Miteinander fördert und damit auch zur Sensibilisierung der Einsamkeit im Alter beiträgt“.

Die Schreinerei der Caritaswerkstätten in Gladbeck baute die Boxen, die Aufkleber druckte die dortige Druckerei. Die Idee kam aus dem Arbeitskreis „Gemeinsam gegen Einsamkeit“, dem die Altenhilfekoordinatorinnen und -koordinatoren der Städte sowie das Koordinationsteam des BIP der Kreisverwaltung angehören. Ziel ist es, Hemmschwellen zu senken und bestehende Hilfen leichter zugänglich zu machen.

Das Wichtigste

  • Wunschkarten: neben den Boxen, vor allem in Apotheken und bei Aktionen des Seniorenbeirats in Datteln
  • Per E-Mail: [email protected]
  • Wer lieber persönlich vorbeikommen möchte, findet das BIP der Stadt Datteln im Rathaus (Raum E.18).
  • Laufzeit: zunächst unbefristet

Was dahintersteckt

Wer lieber direkt Rat sucht, kann sich an das Beratungs- und Infocenter Pflege der Stadt wenden. Es berät nach eigenen Angaben trägerunabhängig und neutral, telefonisch, persönlich oder bei einem Hausbesuch. Die Sprechzeiten sind montags bis donnerstags von 8.30 bis 12.00 Uhr, dienstagnachmittags nach Vereinbarung. Telefonisch ist das BIP unter 02363/107-392 zu erreichen.

Die Themen reichen laut Website von Hilfen für das Leben zu Hause über Kurzzeitpflege bis zu Vollmachten und Wohnformen im Alter. Wer einen stufenlosen Zugang braucht, findet hinten am Rathaus einen Eingang mit Lift.

Auch der Seniorenbeirat ist ansprechbar. Gegenüber Gremien, Verbänden und Verwaltung setzt er sich für die Belange der älteren Einwohner*innen ein. Zu finden ist er jeden 1. Mittwoch von 10.00 bis 11.00 Uhr im Marktcafé und von 15.30 bis 16.30 Uhr im Rathaus, Raum 1.32. Telefonisch erreicht man ihn unter 02363/107-804.

Unser Blick

Die Boxen setzen dort an, wo ältere Menschen ohnehin hinkommen, und das ist klug gewählt. Offen bleibt, wie schnell die Rückmeldung kommt und was passiert, wenn ein Wunsch nicht erfüllbar ist. Wer nicht warten will, kann das BIP oder den Seniorenbeirat direkt ansprechen.

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