Düsseldorf – Zehn Unternehmensvorhaben aus Nordrhein-Westfalen sollen Geld aus dem Wettbewerb „ZukunftUmweltwirtschaft.NRW“ bekommen. Ein unabhängiger Begutachtungsausschuss hat sie zur Förderung empfohlen, teilte das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW mit. Insgesamt stehen für die ausgewählten Vorhaben rund 7,5 Millionen Euro EU-Mittel bereit. Die Fördermaßnahme gehört zum EFRE/JTF-Programm NRW 2021–2027.
Die Themen reichen von biobasierten Verpackungsfolien über das Recycling von Textilien und Glasfasern bis zu neuen Verfahren für Gewässerreinigung, Wasserstofferzeugung und Batterieproduktion. Nach Angaben des Ministeriums geht es dabei um Kreislaufwirtschaft, klimafreundlichere Industrie, Wasser- und Ressourcenschutz und leistungsfähige Energiespeicher.
Nach den Worten von Umweltminister Oliver Krischer gilt: „Die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen arbeitet an den Lösungen für morgen.“ Mit den 7,5 Millionen Euro unterstütze das Land zehn Vorhaben dabei, ihre Ideen weiterzuentwickeln und in die Anwendung zu bringen.
Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Die Landesregierung will damit im Rahmen ihrer Umweltwirtschaftsstrategie innovative, umweltschonende und ressourceneffiziente Technologien voranbringen. Die Empfehlung ist noch keine endgültige Zusage: Die Skizzenerstellerinnen und Skizzenersteller müssen als Nächstes förmlich einen Antrag stellen und nachweisen, dass sie die Förderbedingungen erfüllen.
Die empfohlenen Projekte
- Bei STARFOAM (Dorsten) geht es um flexible Schaumfolien auf Stärkebasis, der Weg reicht von der Materialentwicklung bis zum Funktionsdemonstrator. Beteiligt sind die Loick Biowertstoff GmbH und das Fraunhofer-Institut UMSICHT.
- EOD-Humid (Gelsenkirchen): eine PFAS-freie, elektroosmotisch unterstützte und steuerbare membranbasierte Gasbefeuchtungstechnologie, primär für HVAC- und industrielle Prozessgase. Beteiligt sind die Direct Matter GmbH und das ZBT – Zentrum für Brennstoffzellen-Technik.
- HEROES (Köln): verbesserte Induktionsheizungen für effiziente und ressourcenschonende Industrieprozesse. Beteiligt sind das DLR, LWK Plasmaceramic und die IserTech GmbH.
- AUTOPIRTEX (Alsdorf): autonome Prozessintelligenz zum chemischen Recycling von gemischten Textilabfällen, Projektpartner ist die re.solution GmbH.
- IMPAKT (Kaarst): Mineralisierung persistenter Alkylsubstanzen durch photokatalytische Halbleitertechnologien, mit der KRYSCHI Wasserhygiene GmbH, der RWTH Aachen und der AMO GmbH.
- BioLoop (Lindlar): Verwertung von Lebensmittelresten mittels Insektenbiokonversion. Beteiligt sind Omnivore Recycling (Hermetia Tech GmbH), das Wuppertal Institut, das Forschungsinstitut :metabolon im Bergischen Abfallwirtschaftsverband und die Technische Hochschule Köln.
- H2Sub (Bochum): grüner Wasserstoff, der vor Ort per Mischgas-Elektrolyse entsteht, soll fossile Brenngase ersetzen. Beteiligt sind die PMR Tech GmbH und das Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.
- CircuFiber (Aachen): ein Verfahren, um Glasfasern aus recycelten glasfaserverstärkten Kunststoffen zurückzugewinnen und aufzubereiten. Projektpartner ist die SECARA GmbH.
- PALM (Köln): Pilotlinie, auf der Lithium-Metall-Batterien automatisiert gefertigt werden sollen, mit der MANUGY GmbH, der Skellium GbR und der Alteva Technologies GmbH.
- AquaAdapt (Lichtenau) will mit „One Stop Water Therapy“ Gewässer vorbeugend stabilisieren und je nach Bedarf behandeln. Beteiligt sind die Envi-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und das Fraunhofer-Institut IEM.
Hintergrund zum Programm
Nach Angaben des Ministeriums will sich das Land zum Vorreiter der ökologischen Transformation gemäß dem Europäischen Green Deal entwickeln. Der Förderwettbewerb unter Federführung des NRW-Umweltministeriums sei dafür ein wesentlicher Baustein. Im EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 stehen rund 1,9 Milliarden Euro EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und dem Just Transition Fund zur Verfügung. Außerdem beteiligen sich das Land mit einer Ko-Finanzierung und die Projekte mit Eigenanteilen.
Die Vorhaben müssen die Ziele der EU-Verordnung „Strategische Technologien für Europa“ (STEP) erfüllen und innovativ, neuartig und wegweisend sein. Sie sollen umweltschonende oder ressourceneffiziente Technologien unterstützen, Wertschöpfungsketten in der EU sichern oder Abhängigkeiten der Europäischen Union verringern.
Das Wichtigste
- Förderumfang: rund 7,5 Millionen Euro EU-Mittel für zehn Vorhaben
- Nächster Schritt: formaler Antrag der Skizzenerstellerinnen und Skizzenersteller
- Umsetzungsorte: Dorsten, Gelsenkirchen, Köln, Alsdorf, Kaarst, Lindlar, Bochum, Aachen, Lichtenau
- Weitere Informationen zum EFRE/JTF-Programm: www.efre.nrw
Unser Blick
Für Dorsten ist STARFOAM das Projekt vor der Haustür, getragen von einem Unternehmen und einem Forschungsinstitut. Die Mitteilung nennt aber nur Förderempfehlungen, keine Bescheide. Offen bleibt, wie viel Geld auf das einzelne Vorhaben entfällt und wann die Anträge entschieden werden.

