Duisburg-Neudorf-Süd: Fußgängerin von Sattelzug überrollt und gestorben

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Duisburg – Eine 60-jährige Fußgängerin ist in Neudorf-Süd von einem Lkw erfasst worden und noch an der Unfallstelle gestorben. Das teilte die Polizei Duisburg mit. Nach aktuellem Kenntnisstand trat die Frau auf die Straße, während der Lkw an einer Ampel wartete, die für ihn Rotlicht zeigte. Wenig später fuhr der 43 Jahre alte Fahrer mit geringer Geschwindigkeit wieder an. Zu diesem Zeitpunkt stand die Frau vor dem Fahrerhaus, stürzte und geriet unter die Sattelzugmaschine, die sie überrollte.

Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Einsatzkräfte sperrten den Bereich für die Dauer der Unfallaufnahme weiträumig ab. Zur genauen Rekonstruktion des Hergangs zog die Polizei ein speziell ausgebildetes Unfallaufnahmeteam des Polizeipräsidiums Essen hinzu. Es unterstützte die Ermittlungen des Verkehrskommissariats 22.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung auf. Sie ordnete die Sicherstellung der Sattelzugmaschine samt Auflieger an. Der Fahrer wurde vernommen, dabei war ein Dolmetscher beteiligt. Danach kam er zunächst auf freien Fuß. Hinweise darauf, dass seine Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt war, liegen laut Polizei nicht vor. Auf ihn kommt ein Strafverfahren zu. Für den Fahrer und für unbeteiligte Zeugen wurden Seelsorger hinzugezogen.

Was dahintersteckt

Der Verdacht der fahrlässigen Tötung bezieht sich auf den entsprechenden Paragrafen des Strafgesetzbuchs. Nach dieser Regelung droht demjenigen, der den Tod eines anderen Menschen fahrlässig herbeiführt, eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

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Zu Unfallaufnahmeteams schreibt die Polizei Warendorf auf ihrer Website, das Land Nordrhein-Westfalen setze seit dem 1. September 2021 bei schwersten Verkehrsunfällen solche Teams mit spezieller Technik ein. Ihr Einsatz ist vor allem dann vorgesehen, wenn bei einem Unfall Menschen ums Leben kommen oder schwerste Verletzungen erleiden, und ebenso bei Unfällen, die auf illegale Kfz-Rennen zurückgehen und bei denen Personen zu Schaden kommen.

Anhand der gesicherten Daten erstellen die Teams Unfallrekonstruktionen. Errechnet werden dabei etwa das Tempo, die Fahrtrichtung sowie die denkbaren Zeitspannen, in denen die Beteiligten hätten reagieren können. Die Ergebnisse werden in die Akten der Polizei aufgenommen und können später als Grundlage für etwaige Prozesse vor Gericht dienen.

Unser Blick

Die Mitteilung schildert den Ablauf nüchtern, lässt aber offen, warum die Frau zu Fall kam. Das sollen nun die Ermittlungen klären. Bis dahin gilt für den Fahrer die Unschuldsvermutung. Wer den Unfall beobachtet hat, sollte sich bei der Polizei melden, falls er noch nicht befragt wurde.

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