Kamen: Neue Benjeshecke auf dem Südkamener Friedhof angelegt

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Auf dem Südkamener Friedhof gibt es jetzt eine Benjeshecke, die komplett aus dem Rückschnitt der Friedhofsvegetation der vergangenen Monate entstanden ist. Das teilte die Stadt Kamen mit. Dafür wurden Äste, Zweige und Stammholz locker aufgeschichtet. In den Hohlräumen finden viele Tiere Rückzugsorte.

Nach Angaben der Stadt nutzen Vögel wie Rotkehlchen und Zaunkönig die Hecke als Schutz, teils auch zum Nisten. Von der Hecke profitieren auch Igel, andere Kleintiere und zahlreiche Insekten. Im mittleren Bereich liegen die dickeren Stämme. Sie wurden zusätzlich angebohrt, damit Wildbienen dort nisten können. Einige Bienenvölker haben das Angebot nach Angaben der Stadt schon angenommen.

Die Stadt nennt die Hecke langlebig und nachhaltig. Pflege und Reparatur seien einfach und günstig: Das Holz im unteren Bereich verrottet mit der Zeit, deshalb lässt sich die Hecke bei regelmäßigen Rückschnittarbeiten jederzeit mit neuem Material auffüllen.

Das Vorgehen erleichtert laut Stadt die Pflege im Grünanlagenbereich und spart Arbeitsaufwand. Die Grünabfälle des Friedhofs werden ortsnah weiterverwendet, zugleich entstehen zusätzliche Lebensräume. Der städtische Servicebetrieb kann die frei werdenden Kapazitäten bei Grünpflege und Transport für andere wichtige Arbeiten einsetzen.

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Was dahintersteckt

Benjeshecken heißen auch Totholzhecken. Die Landwirtschaftskammer NRW schreibt auf ihrer Website, dass solche Hecken aus aufgeschichtetem Schnittgut entstehen. Der Name geht demnach auf Hermann Benjes zurück. Laut Wikipedia beschrieb er das Vorgehen Ende der 1980er Jahre.

Insekten, Vögel, kleine Säugetiere und Frösche nutzen die Hecke nach Angaben der Landwirtschaftskammer als Rückzugsort. Am besten eignen sich demnach lange dünne Äste und Triebe, dickere Baumstämme seien weniger geeignet. Man solle die Hecke nicht allzu eng aufschichten, damit sowohl Tiere als auch neu sprießende Pflanzen noch ausreichend Helligkeit und Raum vorfinden.

Wildbienen brauchen laut dem NRW-Umweltportal Lebensräume wie offene Böden, Totholz oder unverputzte, alte Mauern. Das sei ebenso wichtig wie Nahrungsquellen. Wie das Portal berichtet, verbringen manche Arten, etwa die Keulhorn- und die Holzbiene, den Winter bereits fertig ausgebildet und suchen dafür Unterschlupf in Pflanzenstängeln, im Holz oder in Felsspalten.

Unser Blick

Die Hecke verbindet Pflege und Naturschutz auf einfache Weise: Was auf dem Friedhof ohnehin anfällt, wird zum Lebensraum. Offen bleibt, wie die Stadt die Hecke dauerhaft betreut und ob weitere Flächen so gestaltet werden sollen. Wer im eigenen Garten Schnittgut hat, kann sich das Prinzip abschauen.

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